Rhythmische Malerei
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Rhythmen des Lebens 
Gedanken zur Malerei und meinen aktuellen Bildern

 

Paul Klee wird oft mit folgendem Satz zitiert: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Als Malerin fühle ich mich diesem Ansatz innerlich wohl am meisten verbunden. So sehr ich die gegenständliche Malerei in der Betrachtung liebe - und sie mittlerweile auch ganz anständig beherrsche und mich ihr immer mal wieder gerne widme - ich blicke auch viel zu gerne "dahinter", als daß ich mich mit dem Offen-Sichtlichen und Sichtbaren allzu lange aufhalten möchte. Ja, auch mich interessiert es seit jeher, das "Unsichtbare sichtbar zu machen“.

 

Farben sind Kräfte. Formen sind Kräfte. Unterschiedliche Farben und Formen bringen unterschiedlich wirkende Kräfte hervor. Mit diesem, ja im Grunde "magischen Wissen" bringen malende Menschen seit Zehntausenden von Jahren  die wundersamsten Bildnisse hervor, um ihren Welt-Anschauungen Ausdruck zu verleihen. Und immer tun wir dabei Eines: wir wollen der überwältigenden Größe des Lebens, die wir als CHAOS empfinden, einen KOSMOS abringen. Kosmos bedeutet "Ordnung" - interessant, nicht wahr? (Daher ist auch nicht erstaunlich, daß Religion, Wissenschaft, Philosophie und Kunst alle dieser einen Wurzel, diesem Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung entspringen.)

 

In der ungegenständlichen, der sogenannten "abstrakten" Malerei untersuchen und "ordnen" wir die Kräfte der Formen und Farben an sich. Ist das nicht Inhalt genug? Da verzichten wir gerne auf das Erzählerische, das Gegenständliche/Figürliche. Obwohl die Kräfte von Farben und Formen natürlich in allen Bildern wirken, auch in den erzählerischen. Nur wirken sie dort „verkleidet in Geschichten“, wenn man so will.

 

Ornamente
Im ornamentalen Gestalten der Kulturen aller Zeiten finden wir genau wie  in der Natur, Ordnungen, die die Rhythmen des Lebens in großer Vielfalt sichtbar machen.
Die Rhythmen des Lebens zeigen sich natürlich auch in Musik und Tanz!

Da wir heute - global gesehen - von einem "aperspektivischen Weltbild" ausgehen müssen - es gibt viele Standpunkte, die sehr unterschiedliche Blickwinkel auf die Welt und das Leben liefern (und derzeit mehr oder weniger erfolgreich nebeneinander existieren) - kann der zeitgemäße Umgang mit dem Ornament einfach nicht mehr allein in einer linearen oder zentralistischen Anordnung (Mandala, Rosenfenster) oder in der Regelmäßigkeit eines Streumusters liegen, wie es über Jahrtausende üblich war. Jedenfalls nicht, wenn ich das Leben in seiner ganzen (mir erkennbaren) Fülle betrachte und widergespiegelt finden möchte.

 

In meinen freien, ornamentalen Arbeiten, die seit Herbst 2009 allmählich entstehen, ergänzen sich deshalb die tanzenden Bewegungen der Formen und Farben (die seit den frühen 1980er Jahren in meinen Bildern auftauchen) mit meinen in der Ornamentik (seit 1992) gesammelten Erfahrungen.  In diesen Bildern erkenne ich das Leben wieder, wie ich es wahrnehme: Als einen ewigen Tanz von pulsierenden Kräften, die sich anziehen und abstoßen, die mit einander schwingen, sich zu größeren Gebilden/ Gemeinschaften verbinden, gleich sind, gegensätzlich sind, usw.

 

© Susanne Hauenstein 2011

 

Die zehn hier (rechts und links des Textes) abgebildeten Arbeiten haben alle das Format 30 x 40 cm, sie sind in einer Mischtechnik auf bespannten Keilrahmen gemalt und in 2011 entstanden.


Ornamentale Übermalungen

 

Im folgenden ist eine kleine Serie von ornamentalen Übermalungen von Fotos aus Einrichtungszeitschriften zu sehen. Sie sind exklusiv für die Ausstellung das kleine format im November 2011 in Diessen entstanden und können erst ab dann dort käuflich erworben werden.

 

 













Druckansicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

she and he, 2009 + 2010

67 x 86 cm

Lack-und Filzstift auf Papier

Auch als digitaler Kunstdruck erhältlich


"Wir sind deshalb Künstler, weil wir das, was andere Menschen als Form empfinden, als Inhalt empfinden."

Friedrich Nietzsche




Filzstift auf Papier, 2009